März 2019 – wie alles begann

Schwanger, Kleinkind zu Hause, Mann in Asien…und dann sein Anruf.

„Echt jetzt?“  Das ist die einzige Frage meiner Freundin Christiane, als ich ihr am Frühstückstisch von Martins Anruf aus Asien erzähle.

Der Kaffee dampft aus ihren nordisch blau-weißen Tassen, und die heißgeliebten Kümmel-Meersalzbrötchen, für die wir uns sonst glatt in die Haare kriegen würden, bleiben unangetastet liegen.

Ich hibbele Dank unfassbar dickem Schwangerschaftsbauch auf meinem Stuhl herum und lasse nebenbei die Bombe platzen. Das Thema, das mich seit gestern Abend komplett einnimmt: Singapur.

Martin hat nur ganz nebenbei erwähnt, dass eine Stelle in Singapur frei wäre. Ohne Diskussion waren wir uns sofort einig, dass wir beide bereit wären nach Singapur zu gehen. Ohne Wenn und Aber.  So eine Chance ausschlagen? Niemals!

Es war wirklich schwer uns ein Bild zu formen, wie es wohl sein sein würde am anderen Ende der Welt zu leben. Emil war noch nicht geboren, wir hatten keine Ahnung, wie das Leben mit dann zwei Kindern aussehen würde. Wir beide waren noch nie länger als für einen Urlaub im Ausland. Weder nach der Schule, noch für´s Studium. Umso „heißer“ waren wir auf dieses Abenteuer.

In dieser Zeit habe ich viel gegoogel, recherchiert und dreimal wöchentlich via Skype Englischunterricht genommen. Ich wollte ein Bild und vor Allem das Gefühl haben vorbereitet in den Flieger zu steigen. Tatsächlich haben mir das Alles das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Es war nicht die große Unbekannte, die auf uns wartete, sondern einfach nur Singapur. Ein moderner und verhältnismäßig europäischer Stadtstaat. Nur halt mit der fünffachen Anzahl an Einwohnern gebündelt auf der gleichen Fläche wie Hamburg.

Während der Planung wurden wir ständig gefragt, wie lange wir fortbleiben würden. Anfangs haben wir für uns selber -obwohl es vertraglich kein Zeitlimit gibt- noch von 2 Jahren gesprochen. Als ich aber immer wieder las und von Martin aus Telefonaten hörte, dass die Meisten einfach nicht mehr zurückwollten, haben wir uns selber und aus allen Anderen gegenüber eingestanden, dass wir es schlichtweg nicht wissen.

Das ist auch der Grund, warum wir entschieden haben nicht möbliert zu mieten, sondern unser „Zuhause“ in Form von unseren Möbeln per Schiff mit nach Singapur zu nehmen. Wir möchten den „Little Red Dot“ als unser Zuhause annehmen, uns voll uns ganz darauf einlassen. Uns zuhause fühlen und diesen Umzug nicht nur als zeitlich begrenzten Ausflug ansehen.


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