Sommer 2019

Als Monate später tatsächlich der Vertrag auf unserem Wohnzimmertisch lag, mussten wir erstmal schlucken… Jetzt gehen wir also wirklich – mit Baby und Kleinkind – nach Singapur!

Irgendwie war alles im Vorhinein so fiktiv. Wir haben geplant, gerechnet, geträumt, erzählt und wussten, dass wir – wenn alles glatt geht – gehen würden.

Aber es dann schwarz auf weiß vor uns liegen zu sehen hat die Fiktion in Realität verwandelt. Ein seltsames Gefühl. Uns wurde die ganze Tragweite der Entscheidung bewusst. Wir hatten alles bedacht, genau kalkuliert. Aber das Gefühl & die Aufregung sind dann noch einmal ein anderes Thema.

Dank Martins neuem Arbeitgeber mussten wir uns um Vieles nicht kümmern, da sie uns für alle Themen eine Agentur zur Seite stellten. Papiere wurden vorbereitet und da wir entschieden hatten unsere Möbel mitzunehmen kam der Spediteur zur Vorbesprechung für die Verschiffung.

Wenn wir so einen Schritt gehen, dann richtig. Insbesondere, da Martin einen unbefristeten „lokalen“ Vertrag hat und wir nicht wissen, wie lange unser Abenteuer dauern wird, oder ob und wo es uns danach hin verschlägt.

Trotz dieser tollen Unterstützung hatten wir keine ruhige Minute mehr. Wir wollten alles Überflüssige abgeben und haben am Ende mehr als 400 Artikel über Ebay Kleinanzeigen verkauft und dafür an die 200 Pakete gepackt und verschickt. Tatsächlich hat es sich, obwohl ich den Aufwand häufiger verflucht habe, insgesamt aber auch finanziell gelohnt.

Wir haben uns mit den wichtigsten Drogierieartikeln eingedeckt, da unsere Recherche ergeben hat, dass diese in Singapur unfassbar teuer sind und einige Möbel neu gekauft um auch hier später Kosten und Arbeit vor Ort zu sparen. In einer fremden Stadt mit Kleinkind und Säugling wollte ich dann wirklich nicht noch Möbel shoppen müssen (dass ich das am Ende dann doch gemacht habe, ist ein anderes Thema).

Viel zu lange aufbewahrte Geschenkgutscheine mussten endlich eingelöst und natürlich unbedingt noch das Freundebuch unter Felix´ Buddies herumgereicht werden um auch Jahre später noch eine Erinnerung an seine erste Kita und seine ersten Freunde zu haben.

Martin reiste im September noch einmal nach Singapur, selektierte Wohnungen vor, lief sich bei der Stadtteilrecherche die Füße wund und bekam beim Kaffee von „Singapur Oldies“ wertvolle Tipps für unseren Einstieg.

Ansonsten lief alles wie gewohnt weiter… Schwangerschaftsyoga, Emil wurde geboren, der PEKiP Kurs begann, Felix feierte seinen zweiten Geburtstag, Emil wurde getauft & mein Chor sang für mich einen sehr emotionalen Abschiedsgruß.…

…doch irgendwann kamen die „das letzte Mal“ Momente, die „das letzte Mal“ Treffen…


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