November 2019 – Hello Singapore

An unseren ersten Tagen in Singapur hatte Martin frei, damit wir uns etwas orientieren, beim Amt unsere Id-Karten abholen, einen Bankaccount eröffnen und einige Wohnungen besichtigen konnten. Glücklicherweise war die erste Babysitterin gut und unsere Jungs an Betreuung gewöhnt, sodass wir etwas entspannter an die ganze Sache herangehen konnten.

Den ersten Tag allerdings nutzten wir erstmal für einen kurzen Abstecher in Martins Büro, gefolgt von einem Besuch im „Gardens by the Bay“, zurecht eine DER Sehenswürdigkeiten in Singapur. Ein traumhaft angelegter Park mit den „Supertrees“ als Highlight – künstlichen, begrünten Riesenbäumen inkl. Treetopwalk, die jeden Abend eine unfassbare, von Musik begleitete Lightshow abliefern.

Als wir am Nachmittag den neu gebauten „Jubilee Park“ Spielplatz am Fort Canning Park auskundschafteten, trafen wir auf Marina aus Süddeutschland, die mich in ihre WhatsApp Gruppe aus insgesamt 70 deutschen Expatmüttern einlud. Aus dieser Gruppe bekam ich einige Tipps, dank derer ich schnell „rein kam“ und in Bewegung war. Was nicht schlecht ist um sich einen Überblick über die neue Stadt zu verschaffen.

Der absolut beste Tipp für den Einstieg war der „NMSG (New Mothers Support Group)“ beizutreten, die wöchentlich wechselnde Events veranstaltet. In dieser Gruppe bunt gemischter, internationaler Mütter mit ihren Kindern gibt es Meet & Greets, Sportgruppen, Kinderausstellungen oder Playdates. Alles war dabei. Ich lernte unfassbar viele Mädels kennen, die – egal woher sie kamen – alle ähnlich tickten und einfach tolle Gesprächspartner waren und sind. Und da ich mich nicht so „eindeutschen“ wollte und will, war es schön, dort meistens die einzige Deutsche zu sein.

Ein weiterer großer Vorteil dieser Gruppe ist, dass man viele der Locations für Kinder in Singapur günstiger oder sogar kostenfrei testen kann. Und das Ganze für nur 35 S$ jährlich(!). Im teuren Singapur gefühlt ein absoluter Einzelfall.

In den ersten Wochen habe ich auf diese Weise viel von der Stadt gesehen und direkt das anfängliche Gefühl gehabt angekommen zu sein.

Und während unser Container Deutschland bereits per LKW verlassen und in den Niederlanden mit der „MOL Tradition“ in See gestochen war lud´ uns dann Katharina – mein Facebook Kontakt und auch ein Singapur Newbie – am Ende unserer ersten Woche spontan für den Abend zu sich nach Hause zum BBQ ein. Unfassbar nette Gespräche, eisgekühltes Bier, Gin-Tonic, tobende Kinder…ein kurzweiliger Abend = wir haben uns alle sofort verstanden.

Was für ein Einstieg in die Zeit in Singapur.

Da unsere Babysitterin langsam teuer wurde, konzentrierten wir uns nun nebenbei auf die Suche nach der richtigen Helferin. Diese so genannte „Maid“ sollte in Zukunft bei uns leben und uns als Haushaltshilfe & Nanny unterstützen. Tatsächlich ist dieses Modell in Singapur gängig, sodass in fast jedem Haushalt eine Haushaltshilfe lebt. Egal, wie klein die Wohnung ist. Da Expats als sehr faire Arbeitgeber bekannt sind, hoffen viele Helper auf eine dieser begehrten Stellen.

Dank eines Tipps kamen wir an eine der wenigen Agenturen, die die Helperinnen fair behandelt, ausschließlich von den zukünftigen Arbeitgebern (uns) bezahlt wird und den Helperinnen keine Schreiben von Schulden abverlangt. Und nachdem wir uns Gedanken über unsere Wünsche und Vorstellungen gemacht, unzählige Lebensläufe durchgesehen und Bewerbungsgespräche geführt hatten, hatten wir „unsere“ Helperin gefunden. Eine leidenschaftliche Köchin mit einer Vorliebe für Kinderbetreuung und sehr gutem Englisch. Perfekt.

Fehlte nur noch das Zertifikat aus der Onlineschulung, die von mir als Arbeitgeberin vom Amt verlangt wird. Diese Schulung entpuppte sich als sehr dramatisch anmutendes Video, in dem ich fast ausschließlich (ca. 15 Mal) darauf hingewiesen wurde, dass ich aufpassen muss, dass die Helperin nicht vom Balkon fällt…. ohne Worte. Aber ok. Gesagt, getan, den Papierkram durch die Agentur erledigen lassen und schon konnte unsere „Perle“ anfangen.

Wir wir mittlerweile wissen, entscheiden sich die Helferinnen für einen Umzug nach Singapur, da sie in ihren Heimatländer oft nur einen Bruchteil dessen verdienen können, was Ihnen in Singapur geboten wird. Viele „studieren“ nebenbei am Wochenende für langfristig verbesserte Jobchancen und senden den Großteil ihres Lohn „nach Hause“ um teilweise bis zu drei Familien von dem Geld zu ernähren. Im Falle unserer Helperin sogar um noch zwei massive Häuser für die Familie zu bauen.

Wir hatten Sorge, wie es wohl sein würde, wenn jemand Fremdes mit uns wohnt. Ja, man muss sich kurz daran gewöhnen. Auch an die neue Rolle als Arbeitgeber. Aber insgesamt ist es einfach nur herrlich und die Mehrzeit als Familie ist einfach unbezahlbar.


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