Januar – Ommmm

Meine neue Woche beginnt sportlich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem ich Felix in der Childcare abgeliefert habe, gehe ich direkt ins condoeigene Gym, das um diese Uhrzeit fast mir gehört. Mit Blick über den wunderschönen Pool und die grüne Wiese gönne ich mir eine Cardioeinheit und lese einige Kapitel des mittlerweile zweiten Bandes der 3 teiligen Buchreihe von Kevin Kwan, Crazy Rich Girlfriend.

Tatsächlich überrennt mich gerade eine Motivationswelle, auf der ich jeden Tag wieder gerne mitreite. Hat mein Gewicht sich in den ersten Wochen in Singapur ohne großes Zutun -vermutlich durch Stress und Hitze- dezimiert, freue ich mich jetzt täglich über das Gefühl von zu weiter Kleidung. Gerade das gibt mir den passenden Aufschwung am Ball zu bleiben. Ich möchte mehr!

So geht es auch direkt am nächsten Tag weiter, denn Nadine entführt mich heute zu ihrer wöchentlichen Yogastunde. Früh am Morgen treffen wir uns im botanischen Garten und rollen unsere Yogamatten direkt am Rande des Eco Lake, einem der drei Seen des Parks, aus.

Auch wenn ich nicht gerade die geborene Frühaufsteherin bin, freue ich mich die etwas kühlere Luft und Energie des Morgens zu nutzen und nach dem wunderbaren Hamburger Yoga bei Nadja Topicy hier nun wieder mit dem Training zu starten. Insgesamt sind wir heute 5 Yogis, die sich die sanfte Morgenbrise um die Nase wehen lassen. Mit der heraufsteigenden Hitze des Tages werden auch die Übungen intensiver und heizen uns ordentlich ein.

Während die Hähne um uns herum ihre morgendlichen Kämpfe austragen und ein Kakadupärchen singend seine Runden zieht, schließen wir die heutige Sessions mit einigen Sonnengrüßen und einem Cooldown mit Klangschalen ab, die mir eine Gänsehaut über den Körper fahren lässt. Beim anschließenden Kaffee mit Nadine und der Dänin Bente, die ich schon auf der Farewell Party in der letzten Woche kennenlernen durfte, freue ich mich, dass ich hier gleich auf Anhieb den richtigen Kurs gefunden zu haben scheine.

In Hamburg war es immer schwer Sonnentage für Outdoor Yoga zu erwischen. Hier habe ich das Glück und Privileg jede Woche die Möglichkeit dazu zu haben. Und nun kenne ich also auch den zweiten der drei Seen, die sich über den botanischen Garten vertreuen. Der mittlere, Symphony Lake trägt seinen Namen nicht ganz umsonst. Auf ihm trohnt die Shaw Foundation Symphony Stage, in der erst kürzlich das Open Air Konzert stattfand, das wir mit einem ausgiebigem Picknick genießen durften. Der letzte See, der Swan Lake befindet sich am untersten Ende des botanischen Gartens nahe Dempsey Hill und fehlt noch auf meiner „Have seen“ Liste.

Tage später bemerken Martin und ich die ersten Veränderungen durch die Präventionsmaßnamen für das sich verbreitende COVID-19 oder auch Corona Virus. Wir gönnen uns nach Martins ausgiebiger Reiserei einen freien Tag und werden noch vor dem Eingang der Frühstückslocation unserer Wahl abgefangen, um unsere Temperatur und oberflächlichen Gesundheitszustand überprüfen zu lassen. Keine laufende Nase, Husten, Fieber…wir dürfen also rein.

Der Virus ist erst vor Kurzem in Wuhan in „Mainland China“ ausgebrochen. Singapur hat sofort Maßnahmen ergriffen um ein Importieren und eine mögliche Verbreitung / den Spread von vorne herein möglichst gut einzudämmen. So sind die Grenzen für alle Reisenden aus Wuhan und Umgebung sofort geschlossen worden und jeder Einreisende wird auf Temperatur und Krankheitsanzeichen überprüft. Dies geschieht ebenso an sehr gut besuchten Attraktionen, Kindergärten, Schulen, Büros und öffentlichen Gebäuden etc. Ist jemand erkrankt, muss er entweder in Home-Stay-Quarantäne oder wird im Krankenhaus separiert. Je nach Schwere des Ausbruches.

Als ich vor ein paar Tagen das erste mal gehört habe, dass sich der Virus möglicherweise sogar zur Pandemie ausbreiten kann, war ich absolut verunsichert, hatte ich doch kaum Informationen darüber. In meinem Kopf entwickelte sich das Ganze zur großen Unbekannten, die mir die Angst durch den Körper jagte. Da es wohl nicht nur mir so erging, hat das Government kurzerhand eine Whats App Benachrichtigung eingeführt, über die jeder Bürger täglich drei und mehr Informationen zu dem aktuellen Stand, Vorsorgetipps etc. bekommt und dazu angehalten wird, Fakenews einfach zu ignorieren. Alles sehr transparent, alles sehr beruhigend. Wir wissen nun, mit was wir es zu tun haben und können sicher sein in einem Staat zu leben, in dem gehandelt und nicht nur diskutiert wird.

Wir genießen also nach dieser kurzen Überraschung unser Frühstück in entspannter Atmosphäre, um danach zu unserer 3-stündigen Spa Behandlung ins nimble/knead im schönen Stadtteil Tiong Bahru zu fahren. Im Anschluss schließen wir diesen wundervollen und dringend benötigten Tag der Zweisamkeit mit Shopping und dem unfassbar leckeren Schokoladenkuchen bei Awfully Chocolate ab. GENIAL! Was für ein Start ins Wochenende.

Da wir noch immer auf der Suche nach einem Sportkurs für Felix sind, bei dem er sich schön austoben kann, testen wir am Samstag das Multisports Programm des Vereins Sportball in der Chatsworth International School. Wir sind überrascht, wie groß das Schulgelände ist, das sich mitten in DER Einkaufsstraße überhaupt -der Orchard Road- in der Innenstadt befindet. Die Schule mutet sehr amerikanisch an, wirkt einem American-Highschool-Movie entsprungen und wir sind begeistert von dem Ambiente. Der Kurs wiederum ist enttäuschend, da von den 45 Minuten 35 nur geredet wird. Bei einem Kurs für 2,5 jährige Kinder, die ungefähr die Geduld eines hungrigen Hais haben, irgendwie unverständlich. Schade, da die Trainer ansonsten unfassbar gut mit den Kindern können und auf Augenhöhe mit ihnen umgehen.

Tage später probieren wir also erneut ein ähnliches Programm im botanischen Garten. Von Kidmando erhoffe ich mir mehr, da ich es aufgrund einer Empfehlung besuche. Allerdings wird auch hier mehr auf die Kinder eingeredet als dass sie sich bewegen dürfen, und Felix langweilt sich schnell. Also wieder ein Reinfall… schade. Wir klinken uns ausnahmsweise einfach aus und durchlaufen den tatsächlich sehr interessanten Parcours selbstständig, der fast die ganze Stunde unangetastet dasteht und nur sehnlichst von den Kindern beäugt wird. Ich halte mich wirklich immer an die Regeln. Aber wenn mein Sohn sich auf Sport freut und dann nur traurig zu den Geräten herüberguckt, kann ich nicht anders als mit ihm Spaß zu haben.

Zum Glück steht dann aber später in dieser Woche noch eine weitere Probestunde an, auf die wir uns sehr freuen: Schwimmen! Auch dieser Kurs bei den Aquaducks wurde mir empfohlen, nachdem ich die Condoeigene Whats App Gruppe „Goodwood Ladies“ um Rat gefragt habe. Der Schwimmunterricht findet im Pool des wunderschönen St. James’ Church Kindergarten statt und ist von unserem Zuhause bequem zu Fuß erreichbar, was trotz der kurzen Wege in Singapur auch mal ganz nett ist.

Anfangs dachten Martin und ich, dass es für einen Schwimmkurs zu früh und Felix aufgrund seines Alters einfach motorisch noch nicht in der Lage sei. Nachdem er dann aber einmal mit Anlauf in den Gemeinschaftspool gesprungen ist und ich ihn nur dank Hechtsprung in Kleid und Schuhen herausfischen konnte, fühle ich mich doch wohler ihn frühzeitig an Schwimmunterricht heranzuführen.

So stehen wir also pünktlich um 10.45 Uhr umgezogen und bereit am Pool und treffen auf den Coach und Felix‘ chinesischen Unterrichtspartner, der ebenfalls Felix heißt. Und was soll ich sagen: Ich bin absolut positiv überrascht. Paddeln die Kinder in Deutschland in den Kursen für diese Altersgruppe mit Hilfe durchs Wasser und plantschen, wird hier richtig unterrichtet. Natürlich wird das Ganze altersgerecht mit viel Spaß aufgefrischt. Allerdings geht Felix´Coach John absolut fundiert vor und erklärt mir, dass die Kinder zuerst die Angst vor dem Wasser und vor dem „unter Wasser sein“ verlieren müssen.

So paddelt der „andere Felix“, mit seinen gerade mal 2 Jahre und 4 Monaten, eine Strecke von 3 Metern unter Wasser zu seiner Mama und hat kein Problem für diese Zeit seine Luft anzuhalten.

Auf meine Frage zu Floaties oder Schwimmflügeln hin beschreibt der Coach diese nur als „schwimmenden Tot“, da sie den Kindern vorgaukeln schwimmen zu können. Die Kleinen in diesem Alter wiegen sich in Sicherheit und springen gerne mal in einem wilden Moment ohne Floati ins Wasser, um dann hilflos unterzugehen. Insbesondere in einer Stadt voller Pools und Schwimmbecken eher ungünstig.

So arbeiten wir nun also Woche um Woche daran Felix die Angst zu nehmen und die Abfolge von Luftholen und mit den Füßchen kicken zu verinnerlichen. Nach dem Schock des Poolunfalls bekomme ich das beruhigende Gefühl etwas tun zu können, damit Felix nie wieder in diese Lage kommt.

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