Unser Wochenende in Bildern – Singapur – 19.-21. Juni 2020

Es ist Freitag…. Der erste Tag nach dem Lockdown…..

Was für ein schöner Tag.

Schon bevor wir aufstehen, steht der Condo Chat nicht mehr still, wie mir ein verschlafener Blick auf mein Handy sagt:

Die Absperrbänder, die uns den Lockdown über zurückhielten, seien weg und schon um 6 Uhr wurde der erste Nachbar bei seinem jauchzenden Sprung in den Pool gesichtet. Die Kinder seien nur schwer in Richtung des wartendes Schulbusses zu manövrieren und würden ihren Blick kaum von dem doch so schön glitzernden Pool abwenden. Das heute besonders blaue Wasser und die heute außergewöhnlich grüne Wiese locken mit der Aussicht auf stundenlangen Sommerspaß.

Und nachdem wir auch Felix durch gekonntes Ablenken schnell am Pool vorbei und zur Kita lotsen konnten, starten wir gemeinsam in den Tag.

3,5 Monate waren wir fast ausschließlich zu Hause, haben keine Menschen getroffen, uns mit niemandem außerhalb der Familie live unterhalten, die meiste Zeit durften wir den Stadtteil nicht verlassen und uns einen Großteil der Zeit nicht mal als Familie außerhalb der Wohnung aufhalten.

Für heute habe ich also einen „Day out“ fernab unserer vier Wände für mich geplant. Und da Martin sich den Vormittag freischaufeln konnte, begleitet er mich zu meinem ersten Tagespunkt: Frühstück außerhalb!

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In diesen besondern Freitag starten wir also im The Bistro des House of Anli in meiner geliebten Tanglin Mall. Anschließend stöbern wir nach Sportkleidung für Martin und kaufen Überraschungen für die Jungs. Als Martin später wieder gen Homeoffice aufbricht, freue ich mich über den Zufall, dass der Optiker in der Mall tatsächlich meine Kontaktlinsenmarke führt, was mir einiges an Herumprobiererei erspart. Zudem kosten sie hier überraschenderweise die Hälfte von dem, was ich sonst bei meinem Fachmann in Hamburg zahlte.

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Im Anschluss führt mich mein Weg zur Pediküre und weiter zur Waxingdame meines Vertrauens. Ich bin froh Termine bekommen zu haben. Die Kalender beider Studios waren nämlich nach wenigen Stunden für den nächsten Monat komplett ausgebucht. In einem Land der FlipFlops und Bikinis nicht auszudenken ohne Termin auszugehen. 😉

Nach diesem rundum Erneuerungsprogramm lasse ich den Vormittag bei einem Mittagessen in der Haji Lane ausklingen und freue mich über die Leere der normalerweise so überfüllten Straße.

Ich glaube, das ist einzigartig. Nicht nur die Haji Lane ist komplett frei von Touristen, sondern auch alle anderen Sehenswürdigkeiten. Und das nicht nur bei uns in Singapur. So muss es meiner Freundin Nadine auf ihrer Reise durch China in den letzten Monaten ergangen sein, als sie und ihre Familie sämtliche Sehenswürdigkeiten -bis auf einige chinesische Touristen- fast für sich hatten.

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Von der Haji Lane aus führt es mich noch in eine der größeren Malls, da Felix dringend einige neue Anziehsachen braucht. Und wie heute schon so oft, erwartet mich auch vor Einlass in diese Mall ein Empfangskomitee aus Sicherheitspersonal, Handdesinfektionsmittelständern, Temperaturcheckmonitoren und dem obligatorischen QR-Code, über den ich meinen Aufenthalt hier erfassen muss.

Gefühlte 50x stempelte ich mich heute bei Betreten und Verlassen jeder Mall, jedes Cafés oder Geschäftes ein und aus. Das Ganze ist Pflicht und funktioniert bei Weitem besser, als die Trace Together-App, die aufgrund des hohen Energieverbrauchs nicht jeder Einwohner nonstop nutzt.

Es reicht aber nicht etwa ein einmaliger Login am Eingang der Mall. Nein, auch in jedem einzelnen Geschäft innerhalb der Mall hängt der QR-Code zum Checkin und -out aus.

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Zurück zu Hause, kuscheln Martin und ich uns -wie jeden Abend- mit den Jungs in ihr Zimmer, lesen Bücher, hören Hörspiele, singen und schauen uns die Sterne an, die von einer kleinen Lampe an die Zimmerdecke projiziert werden. Passend zu dem aktuellen Lieblingslied der Jungs „Der Hummer hat Kummer“ auf dem „Die Eule mit der Beule Tonie„, knuddeln die Jungs glücklich ihre neuen Kuschelhummer, die mich aus einem Schaufenster angrinsten und irgendwie sofort den Weg in meine Tasche gefunden haben.

Und nachdem wir die Stunde Exklusivzeit genossen haben und die Jungs glücklich im Bett liegen, brechen Martin und ich zu unserem nächsten Tagespunkt auf.

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Mit unseren Freunden Charlotte und Guillaume geht es heute mal in einem etwas luxuriöserem Taxi in Richtung Innenstadt. Die Sitze sind zueinander ausgerichtet, sodass wir uns gegenübersitzen und schon die Fahrt zu einem Ereignis wird. Das kann auch daran liegen, dass wir alle so froh sind uns wieder zu sehen, dass es uns fast reichen würde einfach Kreise zu fahren.

Die Stadt rauscht an uns vorbei, und nach 20 Minuten steigen wir auch schon in den Fahrstuhl des Marina Boulevard Tower 1, der tatsächlich über keine Knöpfe verfügt und nur eine Station kennt: Das LeVel 33 mit der gleichnamigen Bar, der höchstgelegenen Mikrobrauerei der Welt.

Das Wetter meint es gut mit uns und verschont uns mit dem im Moment vorherrschenden Regen. So sitzen wir auf unseren Außenplätzen mit unfassbarem Blick über die gesamte Marina Bay, dem Merlion, dem Marina Bay Sands und den unzähligen Containerschiffen, die wie eine Stadt vor dem Handelshafen Singapur liegen.

Wir genießen Stunde um Stunde der gemeinsamen Zeit, großartiges Essen und die unfassbar leckeren Biercocktails, bis wir uns dann zur vorübergehend vorgegebenen Schließzeit um 22.30 Uhr auf den Nachhauseweg machen (müssen).

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Am Samstagmorgen klingelt gemein früh der Wecker, da wir mit unseren Freunden Malte und Katharina am Strand verabredet sind. S-T-R-A-N-D. Auch so ein schönes Wort.

Und obwohl es mal wieder wie aus Eimern schüttet, lassen weder unsere Freunde oder wir uns vom Losfahren abhalten. Vor Ort geht es mit dem Regen und Sturm erst so richtig los und wir verkrümeln uns vorerst für ein Frühstück in das innenliegende Restaurant unseres lieblings-Beachclubs. Die Kids rennen herum, wir genießen heißen Kaffee, Lachs und Brioche. Da wir aufgrund der Gruppengröße von -mit den Kindern- über der maximal erlaubten Anzahl von fünf Personen liegen, müssen wir an getrennten, aber nebeneinander liegenden Tischen sitzen, was aber nicht weiter stört.

Als es zwar weiterhin regnet, aber wenigstens nicht mehr stürmt, machen wir unser neues SUP Board starklar und stürzen und mit den Kids in die Fluten. Der Wind hat unzählige Kokosnüsse angeschwemmt, die von glucksenden Kindern von unserem kurzerhand umbenannten „Piratenboot“ aus eingesammelt werden.

Dem grauen Wetter wirken wir mit einigen Pitchern des farbenfrohen „Tanjong Spritz“ entgegen. Wir bauen Sandburgen, paddeln, schwimmen, genießen unser Lunch auf unserm Sunbed.

Später am Tag lassen wir uns alle mit zwei Taxen zu uns nach Hause transportieren. Die Kids spielen, essen Kuchen und baden unter Aufsicht der Helperin in der heißen Wanne, während wir Erwachsenen uns zurücklehnen.

Nachdem K. und M. ihre Kinder kurz nach Hause und ins Bett gebracht haben, machen wir es uns mit kurzerhand bestelltem Baguette und Käse zu viert gemütlich und stoßen mit eisgekühltem Champagner auf diesen schönen Start in die Phase 2 an.

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Oh Goooooott, warum nur hat die Helferin am Sonntag frei. Mit einem etwas dickeren Schädel nach diesem feuchtfröhlichem Abend fällt es uns merklich schwer die Augen zu öffnen, als die Kids um kurz vor 7 Uhr nach uns krächzen….

Den Sonntag gehen wir also etwas ruhiger an und gönnen uns eine Pause vom Ausflugstrubel. Wir springen in den großen Pool, liegen einfach nur rum, während die Kids wie immer energiegeladen spielen und wärmen zum Abendessen einfach Buns und Würstchen für Hot Dogs auf.

Als die Kids im Bett liegen, widme ich mich endlich mal wieder dem aktuellen Pianostück. Währenddessen bricht Martin auf um mit seinem Kumpel Jens ein HSV Spiel zu anzusehen. Zum Glück nimmt auch Jens gerade eine Alkoholauszeit, sodass die beiden mit Gingerbier, Räucherlachs und Baguette das Spiel genießen.

Die vergangenen zwei Tage haben uns alkoholtechnisch echt wieder gereicht. Und nachdem uns die letzten mittlerweile 4 Wochen ohne Alkohol so leicht gefallen sind, werden wir das definitiv zumindest unter der Woche fortsetzen.

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Nach Monaten, in denen wir zwangsläufig entschleunigt und unser Leben auf eine minimale Geschwindigkeit gedrosselt wurde, dachte ich eigentlich nach diesem Wochenende eine Pause zu brauchen.

Tatsächlich aber obsiegt das Gefühl der Freude und Freiheit. Ich verspüre mehr Energie und Tatendrang als (insbesondere) in den letzen Wochen des Lockdowns.

Ich freue mich auf die Zeit die kommt, ich freue mich auf die Menschen, die Abenteuer und auf unser Singapur.

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Danke an Alu und Konsti von Große Köpfe für diese schöne Idee der „Wochenenden in Bildern“! Wenn Du wissen möchtest, wie andere Blogger ihr Wochenende verbracht haben, besuche Katha von kathastrophal, Simone von BooksandBabies oder Anke von Lächeln und Winken. 

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2 Gedanken zu “Unser Wochenende in Bildern – Singapur – 19.-21. Juni 2020

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