Juni – Ferienzeit

Sommerferien – Obwohl weder wir noch die Kinder Ferien haben, spürt man doch in der ganzen Stadt dieses eine typische Sommerferienfeeling. Und obwohl wir hier ja eigentlich ganzjährig Sommer haben, bringt die neue Freiheit nach dem Lockdown und die endlich mal wieder anwesende Sonne ein Gefühl von Ferienfreiheit mit sich.

Als ich am Montagmorgen mit Emil gen botanischen Garten aufbreche, dort mit meiner Freundin Jana und den Babies frühstücke und wir gemeinsam stundenlang durch den Park wandern, verstärkt sich dieses Gefühl noch.

Es ist schön mal wieder raus zu kommen. Fast unbemerkt habe ich doch einen riesigen Lagerkoller entwickelt und stelle erst jetzt das Ausmaß fest. Ich möchte raus….am besten jeden Tag und nonstop. Zu Hause ist es plötzlich noch enger und die eigenen vier Wände beklemmend.

Dass das Gym, der Fitnessraum unseres Condos, seit heute nun auch wieder geöffnet ist, kommt also gerade recht, sodass ich schon vor unserem Parkausflug, „außerhalb“ sporteln konnte. Das kühle Gym, der Blick auf den Pool, die anderen Menschen um mich herum: Schon auf dem Weg zu meiner Verabredung schwebte ich auf einer Wolke des Glückes, das den ganzen Tag nicht abreißen sollte.

Am Dienstag steht dann auch endlich wieder das erste reale Yogatreffen an. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, dass jeder Dienstagmorgen mit einer ausgiebigen Einheit im botanischen Garten begann. Da die Restriktionen im botanischen Garten aber nach wie vor hoch und eine Genehmigung nötig ist, treffen wir und heute erstmal unweit entfernt auf der Dachterrasse des Condos meines Yogalehrers. Der Blick über den botanischen Garten ist fantastisch und das Rooftop mit seinen vielen Wasserspiegeln pitoresk.

Die Wiedersehensfreude ist groß und das erste Mal seit Monaten kann ich während der langen Entspannungseinheit zum Ende hin wieder abschalten. Ich beobachte die vorbeiziehenden Schleierwolken am sonst strahlend blauen Himmel und sinne mich zurück in unsere schönen Urlaube der letzten Jahre.

„Durchbewegt“ und entspannt schmeckt der Flat White in der Gastronomia da Paolo neben dem Eingang zum botanischen Garten dann besonders gut, und ich stellte bei Aufbruch fest, dass ich dort geschlagene 3 Stunden im Schatten gesessen und die Zeit verträumt habe.

Sommerferien…ich sag es ja.

Im Anschluss fahre ich zu Far East Flora um dort neues Grün für unsere Terrasse zu besorgen. Ich liebe diese Straße, in der ich mittlerweile weiß, was bei welchem Händler am besten zu bekommen ist. Zuletzt schlendere ich durch’s Kühlhaus der Schnitttblumen und wundere mich mal wieder über den Preis von umgerechnet 35 Euro für 5 Pfingstrosen. Ansonsten ist das Meiste glücklicherweise bezahlbar. Nachdem ich diesmal ohne Diskussionen meine riesige neue Palme (Ja, 3,5 M hoch) in das 6er Taxi laden lassen durfte, buddelte ich mithilfe von Felix alles ein und freue mich mal wieder über diese schöne Erdgeschosswohnung.

Am Donnerstag beginnt nun auch endlich wieder Felix´ Schwimmunterricht. Vorerst in einer anderen Location am Dempsey Hill, aber egal. Fast fühlt sich das Leben wieder „normal“ an.

Nachdem wir heute dann mit den ersten richtigen Schwimmbewegungen starteten und Felix vom vielen Bewegen erschöpft ist, genießen wir unser alltbekanntes Ritual des Sohn-Mama Mittagessens. Genau davon brauche ich dringend mehr… von dieser besonderen Exklusivzeit mit jedem der Jungs. Kein Zerreißen, keine Ablenkung.

Den Rest der Woche arbeite ich dann an meinen tatsächlich letzten beiden Nähprojekten. Noch nie, wirklich noch nie hatte ich alles abgearbeitet. Immer schlummerten schon vor Beginn des einen Ideen für weitere Projekte in meinem Kopf. Jetzt aber waren die Stoffe vernäht und mein Schaffungswille erst einmal gesättigt. Fast fertig steht jetzt nur noch ein Abend des Nähens an. Danach kann ich endlich mal wieder relaxen und lesen.

Bis dahin nutzen Martin und ich diesen heutigen Freitag für einen Urlaubstag.

Da noch immer das Reisen nicht erlaubt und damit alle doch eigentlich so nahen Ziele rund um Singapur unerreichbar sind, begnügen wir uns mit einem Tag am Strand. Trotz fehlender Reservierung ergattern wir eines der begehrten Sunbeds am Tanjong Beach. Heißer Kaffee, unsere erste Acai Bowl überhaupt und tropische Erfrischungen aus einer ausgehöhlten Ananas… Ein Sommertagstraum.

Während andere Expats in China sich über die neue Freiheit freuen – zumindest innerhalb des nicht gerade kleinen Chinas – reisen zu dürfen, und auch unsere Freunde in Deutschland mit ihren Familien an die Nord- und Ostsee fahren, muss es bei uns also vorerst so ausreichen. Aber der Blick auf den Ozean ist einfach herrlich, die Sonne scheint hell und ein sanftes Lüftchen umweht uns. Beschweren können wir uns also eigentlich nicht.

Parallel übt die Luftwaffe fleißig für den wohl wichtigsten Feiertag Singapurs überhaupt: Den National Day, zu dem unser kleiner Stadtstaat normalerweise stolz das gewaltige Arsenal seiner Militärkraft präsentiert und die gesamte Maschinerie mittels einer Parade durch die Innenstadt zur Schau stellt. Dieses Jahr wird das Ganze unter den Regularien des Social Distancing sicher etwas anders aussehen. Trotz Dessen warten wir gespannt, mit was uns Singapur am 09. August überraschen wird.

Einen guten Start ins Wochenende!


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