Dengue

8 Monate leben wir nun schon in den Tropen. 8 Monate, von denen wir einen Monat mit der Wohnungssuche und 3,5 Monate covidbedingt in unserer Wohnung verbracht haben.

8 Monate, die fast unbemerkt verrinnt sind und in denen uns Singapur ein zu Hause geworden ist. Die Stadt und ihre Menschen haben uns mit offenen Armen empfangen und wir wünschen uns nicht mehr als raus zu gehen und sie in vollen Zügen zu erleben und zu genießen.

Nachdem uns nun die neue Freiheit der Phase 2 Glücksgefühle beschehrt hat, müssen wir unsere Türen aber erneut schließen.

Es herrscht aktue Dengue Gefahr. Duenge ist ein von Mücken übertragenes Tropenfieber. Wird man durch den Stich einer infizierten Mücke angesteckt, so kann man mit 2 bis 7 Tagen extrem hohen Fiebers rechnen. Hinzu können Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, flächendeckende Ausschläge und das Bluten aus dem Mund (Gaumen) und Nase kommen.

Zusammengefasst: Das möchte wirklich niemand.

Bekommst Du die ersten Anzeichen – meist plötzlich auftretendes hohes Fieber – musst Du erst einmal 24 Stunden warten, bevor Du dann vom Arzt oder im Krankenhaus einen Test machen lassen kannst. Vorher kann Dengue im Blut nicht nachgewiesen werden.

Und wenn das Resultat dann positiv ist? Dann kannst Du tatsächlich nur wenig tun – abwarten und Fiebersenker nehmen. Wichtig ist hierbei den Verauf und die Behandlung von einem Fachmann überwachen zu lassen und zum Senken des Fiebers Paracetamol zu wählen. Ibuprofen und auch Aspirin könnten die Gefahr des „Blutens“ unschön erhöhen.

Das Wichtigste aber ist sich weiterhin gegen das Stechen durch Mücken zu schützen um ein Weitertragen und eine Verbreitung deines infizierten Blutes zu vermeiden.

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Generell ist die Dengue Gefahr in diesem Jahr in Singapur so hoch wie nie. CNN World berichtet von bisher über 14.000 Erkrankten. Und das Jahr ist noch jung.

Es wird erwartet, dass die Fallzahlen in 2020 die bisher höchste Infektionsrate von 22.170 aus 2013 deutlich übersteigen wird.

Um sich präventiv vor dem Fieber zu schützen muss man also alles versuchen, um gar nicht erst gestochen zu werden.

Generell handelt es sich bei den Mücken, die das Fieber übertragen, um gut erkennbare, gestreifte Exemplare, die hauptsächlich zu Sonnenauf- und untergang, also am Morgen und dem späten Nachmittag aktiv sind. Während dieser Zeit sollte man möglicht vermeiden sich im Freien aufzuhalten. Zudem sind ein stetiger Mückenschutz durch Spray und lange Kleidung zu empfehlen. Da die recht großen Mücken aber auch durch Kleidung stechen, ist es am besten auch die Kleidung einzusprühen.

Zudem gibt es in Singapur die myENV App, über die man über nahezu alle wichtigen Gefahren gewarnt wird. So vor dem Haze, toxische Rauchschwaden die mindestens einmal im Jahr ganz Singapur wochenlang einnebeln. Diese entstehen durch die illegale Brandrohdung des Dschungels in Indonesien. Und das Ganze nur für die Palmölindustrie.

Ebenso warnt diese App, wenn sich z.B. rund um dein Wohnhaus oder deinen Favorit place to be gerade die Anzahl der Denguefälle steigert. So auch bei uns. Alleine in unserem Condo werden täglich 3 neue Fälle gemeldet. Aktuell stehen wir bei 25 Erkrankten. Erwachsene, Kinder, Babys, Nachbarn und Freunde liegen in ihren Betten. Absolut unfähig aufzustehen.

Tödlich ist das Fieber im gut entwickelten Singapur kaum bis gar nicht. In unerschlosseneren Ecken der Welt sieht das aber, ähnlich wie bei Malaria anders aus. Eine Medikation wie bei einer Malariainfektion gibt es für das Duenge-Fieber bisher nicht. Zum Glück aber reichen vorerst auch Fiebersenker aus.

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Obwohl Singapur mitten in den Tropen und im Herzen Südostasiens liegt, gibt es hier kaum welche der typischen Tropenkrankheiten. Auch ist Singapur stolz darauf als Tollwutfrei zu gelten. Dies ist allerdings nur möglich da auch nahezu alle wildlebenden Tiere der Insel rigoros durchgeimpft werden.

Allerdings gibt es weiterhin die Fiebererkrankungen Dengue und Zika.

Nachdem wir also gefühlt erst unter Covid-Hausarrest standen, sind nun unsere Türen und Fenster seit 2 Wochen durchweg geschlossen und wir meiden unseren kleinen Pool in den „gefählichen“ Nachmittagsstunden. Mal schauen, was unsere Stromrechnung zu dem Dauergebrauch der Klimaanlage sagen wird.

Auch für die Besuche am großen Pool achten wir auf unser Timing und ziehen den Jungs langärmelige Schwimmsachen an. Tennis und Spaziergänge übers Condo sind erstmal komplett tabu.

Aber gut, wenigstens dürfen wir jetzt wieder raus und können unser Cluster jederzeit einfach verlassen.

Welcome to the tropics


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