Juli 2020 – Hari Raya Haji

Schon wieder ein Feiertag? Ja!

Im Moment fühlt es sich an, als hätte man nur selten eine vollständige Woche zu verzeichnen. Entweder steht ein Feiertag an den man kennt, oder ein (für uns) neuer, oder es sind Wahlen für die dann auch ein freier Tag ausgerufen wird.

Wie kein anderer Ort der Welt sonst, vereint Singapur bei der Auswahl seiner gesetzlichen Feiertage die Vielfalt in Kultur und Religion. Die „Wichtigsten“ aus diesem Pott pourri wurden ausgewählt. Büros und Geschäfte bleiben geschlossen.

Hinzu kommen die unzähligen, nicht offiziellen Feiertage, die die unterschiedlichen Gruppen Singapurs natürlich trotz Dessen feiern. So zählen beispielsweise der Ostermontag, Mawlid – das Fest zum Geburtstag Mohammeds und auch das tamilische Fest Thaipusam (Bericht hier) nicht zu den offiziellen Feiertagen in Singapur.

In dieser Woche feiern wir also nun Hari Raya Haji. Ein Fest der muslimischen Bevölkerungsgruppe, das ganz Singapur einen freien Tag beschert.

Da Singapur im malayischen Sprachraum liegt, unterscheidet sich der Name mit Hari Raya Haji vom arabischen Eid al-Adha. Je nach Land und Region gibt es, wie für alle muslimischen Feste, weitere Namen und Bezeichnungen.

Hari Raya Haji ist das Opferfest, das am Ende des Haji, der großen Pilgerfahrt nach Mekka, zelebriert wird. Hierbei wird Ibrahim (dem biblischen Abraham) gehuldigt, der bereit war, Gott seinen eigenen Sohn zu opfern.

Diesem Hintergrund entsprechend werden Opfer (Korban) in Form von Ziegen, Schafen oder Kühen erbracht. Im Anschluss an das Rythus der Schlachtung durch speziell ausgebildete Prediger wird das Fleisch in Dritteln verteilt. Diese werden zu je einem Teil an die Bedürftigen, denjenigen, der das Tier bezahlt hat und dessen Familie und Freunde übergeben.

Im Anschluss an die Zeremonien und ausgiebigen Gebete verbringen die Gläubigen den Tag mit dem Besuchen von Freunden und Familie und gemeinsamen Festessen.

Wie auch beim vergangenen Hari Raya Puasa (Bericht hier) richtet sich das Datum dieses muslimischen Festtages nach dem Mondkalender. Im Gegensatz zu „unserem“ gregorianischen Kalender ist der islamische Kalender ein reiner Mondkalender.

Das Jahr hat 354 oder 355 Tage, was dazu führt, das 33 Jahre islamischer Zeitrechnung 32 Jahren christlicher Zeitrechnung entsprechen. Zu diesem Zeitraum werden dann einmalig die Daten des Sonnen- anstatt des Mondkalenders verwendet, um die gewonnene Zeit wieder auszugleichen. In diesem 32. Jahr also beginnt der Fastenmonat Ramadan für die muslimische Bevölkerung 10 bis 12 Tage früher als gewohnt.

Die islamische Zeitrechnung beginnt zudem mit der Auswanderung des Propheten Mohammed. Das ist der christlichen Rechnung nach das Jahr 622. So haben wir dem islamischen Kalender nach also dieses Jahr das Jahr 1441.

Da diese Art der Zeitrechnung aber fast ausschließlich für religiöse Zwecke verwendet wird, hat sie vorwiegend Auswirkung auf die Daten der Feiertage.

In wenigen Tagen heißt es also:

„Selamat Hari Raya Haji“


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